Strahlemänner
Samstagabend – Primetime der deutschen Fernsehunterhaltung. Und wider Erwarten – da trifft Werbewirksam auf wirksam Werben – Dieter Bohlen - the one and only – RTL-Strahlemann, für Peinliches berühmt, für seine Frechheit mit Quoten belohnt gegen die Frontmannlegende der öffentlich-rechtlichen Wetten-Show – Thomas Gottschalk – der Mann, der selbst schon eine One-Man-Show ist.
Die Inszenierung der Strahlemänner ist die Gleiche – man nehme einen blonden Mann mit Schnauze und gebe ihm ein Sendeformat, das ihm liegt. Keine Restriktionen, erlaubt ist, was Mann sagen möchte. Der Eine macht sich selbst zur Mode, der Andere wird von seiner Frau Thea optisch in Szene gesetzt. Beiden Männern macht das Alter zu schaffen, beide hängen sichtlich an ihren jugendlichen Statussymbolen – der öffentlich-rechtliche an den dünner werdenden Locken, der vom privaten Sender an den jünger werdenden Betthasen.
Scheinbar liegen Welten zwischen den Beiden.

Da der gebildete Lehrer, der mit den Stars auf Promotiontour und Etablierten auf der Couch small talkend brilliert, dort der Mann aus Tötensen, der sich selbst zum Programm gemacht hat und die Menschen für sich einnimmt, ohne dass man es gerne zugibt. Der Vorzeigbare und der Klammheimliche – so fern und doch so nah – die Quote machen Beide.

Sie sind Deutschland!

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