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Nichts ist mehr heilig in Heiligendamm

Damit hat wohl keiner gerechnet - Deutschland baut wieder eine Mauer. Eine Mauer zwischen die Politiker des G8-Gipfel und die Menschen, von denen genau diese Politiker gewählt wurden. Eine Mauer, die von sehr vielen Staatsdienern - den Polizisten aus dem ganzen Land - bewacht wird und deren Aufbau und Abbau, deren Be- und Überwachung unendliche Summen verschlingt. Es mutet schon unwirklich an, dass Politiker sich derart verbarrikadieren müssen, um sich zu unterhalten. Die Vertreter der mächtigsten Wirtschaftsnationen haben Angst vor Gegnern, vor einem Anschlag und davor, dass ihnen die Menschen zu nahe kommen.

Nun gibt es ja viele Kritiker des G8-Gipfels, es gibt viele, die die Reichen erinnern, das die Armen dieser Welt noch immer an Hunger sterben und das es ein lebenswertes Leben wahrlich nicht überall auf der Welt gibt. Nun hätten die Sonnenseitenstaaten eigentlich genug über, um keinen Menschen mehr hungern zu lassen - weltweit.

Warum passiert dann nichts? Warum regiert Geld und nicht die Menschlichkeit? Wer diese Fragen stellt, hat es zur Zeit schwer in Deutschland. Fragende, Kritische werden schnell in eine dunkle Richtung geschoben - in der Medienlandschaft sind die Kriminalisierungstendenzen deutlich zu erkennen. Kaum eine Nachrichtensendung, in der nicht den G8-Gegenern terroristisches Potenzial unterstellt wird. Nie wird von Einzelnen gesprochen - immer pauschal von den G8-Gegnern.

Wer ist denn nun eigentlich ein Gegner? Ist Herbert Grönemeyer beispielsweise ein Gegner, weil er zurecht anmahnt, dass die Reichen ihre Versprechungen nicht eingehalten haben? Hat er nicht recht, wenn er als Protestant Angela Merkel als Protestantin mahnend sagt, dass es für sie keine Absolution geben werde, denn die “gebrochenen Versprechen werden Sie verfolgen bis zum jüngsten Tag”.  Ist Bono ein Terrorist, weil er mit vielen anderen Stars zu Deiner Stimme gegen Armut aufruft? Warum gibt es in Deutschland keine diffierenzierte Berichterstattung, warum erfahren wir hier so wenig darüber, wieso die Industrienationen sich vor ihrer weltweiten Verantwortung drücken und sich an längst vereinbarte Zusagen so gar nicht halten möchten?

Warum erfahren wir stattdessen nur, dass wir ganz oben in Heiligendamm ein perfekt abgeschirmtes Terrain entstehen lassen, in dem ein paar gewählte Volksverteter über auch unsere Zukunft beraten? Oder warum sehen wir ständig einen unnahbaren Innenminister, der mit stolzgeschwellter Brust einen reibungslosen Ablauf garantieren möchte? Die Welt zu Gast bei Freunden - hieß es im vergangenen Jahr! Damals haben wir gezeigt, wie wunderbar wir hier Gäste haben können, ohne diese in einen Kokon aus Sicherheitsmaßnahmen zu pressen.

Wer wird denn jetzt eigentlich vor wem geschützt? Wieso sind wir Alle eine Bedrohung für eine Handvoll Volksverteter? Wir sind doch das Volk, und sie nur die Vertreter! Wo bleibt die Welt, die bei uns zu Gast sein könnte?

Erinnern wir doch die mächtigsten Volksverteter dieser Welt einfach an die Abschlusserklärung des G8-Gipfels von Gleneagles vor zwei Jahren, als die großen Industrienationen versprachen, die Entwicklungshilfe für Afrika bis zum Jahr 2010 um 25 Milliarden Dollar aufzustocken und damit zu verdoppeln. Sie haben der Welt ihr Wort gegeben! Wenn diese berechtigte Erinnerung einen zum G8-Gipfelgegner macht, dann kann man darauf mit Recht stolz sein!

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Mit Hilfe kann ein Zaun eine Brücke werden!

~ von walnussastoria3archiv am Mai 8, 2008.

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