Leonardo DiCaprio trennt im Trend
Wir trennen fast überall Müll. Steht es in der Zeitung? Nein.
Gelbe Säcke, Restetonne, Altpapier-Container, Kleidersammelstelle, Glastrennung grün - weiß - braun - überall wird getrennt und die Meisten von uns tun es sogar. Wir trennen selbst da, wo Trennung völlig überflüssig ist, weil an anderer Stelle das mühsam Getrennte wieder zusammengeschmissen wird. Wir werfen unsere Altkleider in die Sammelcontainer und schädigen damit im Endeffekt den kleinen Schneider irgendwo an einer Ecke in der dritten Welt. Denn das verschlissene Designer-T-Shirt ist auch dort gefragter und Straßenhändler verdienen dann mit unserern Altkleidern - als letztes Glied in einer Kette natürlich nur einen Hungerlohn.
Trotzdem - wir trennen und das ist auch gut so! Denn es macht Sinn mit unserem Müll sorgfältig umzugehen und ein Gefühl für den eigenen Müllberg zu bekommen. Müllvermeidung ist die Losung, weniger Verpackung ist mehr. Und da ist es natürlich hilfreich, wenn Prominente wie Leonardo DiCaprio, ein bekennender LOHAS, mit guten Beispiel wirbt. Aber ist das wirklich eine Schlagzeile wert - Mülltrennung?
Sein Interesse am Umweltschutz sei entstanden, seit er für seine Filme um die ganze Welt fliege und viele Menschen treffe, sagt Leonardo DiCaprio. Es mutet in diesen Tagen seltsam an, wenn wir über die Mülltrennung eines Superstars informiert werden, während wir eigentlich andächtig innehalten und darauf warten, dass in ein paar Tagen 8 Menschen über Menschenleben entscheiden. Wir haben hier den Luxus, uns für unseren Müll ein ausgeklügeltes System auszudenken, während Anderswo Menschen glücklich wären, wenn wenigstens unser Müll vor ihrer Tür läge. Sie würden sogar darin genug finden, um zu überleben.

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