Im Gedenken an Mstislaw Rostropowitsch
Heute, am 27.04.2007, starb nur wenige Tage
nach seinem 80. Geburtstag Mstislaw Rostropowitsch.
Der begnadete Cellist und Dirigent aus Russland war
und bleibt weltberühmt. Neben seiner Liebe für die
Musik wird er aber auch wegen seiner Liebe für die
Menschen und die Freiheit unvergessen bleiben. Der
Menschenrechtler hat politisch in seinem Land viel
bewirkt, sich selbst aber nie als Politiker gesehen.
Mstislaw Rostropowitsch ist Träger von mehr als
50 Ehrentiteln. Über 30 verschiedene Nationen haben
ihm mehr als 130 bedeutende Preise und Auszeichnungen
verliehen. Er war ein Mensch, der zeitlebendst weit
über den Tellerrand seiner herausragenden Begabung
hinaus gewirkt hat.
Wir gedenken Seiner.
Wer mehr über sein Leben und Wirken wissen möchte, dem haben wir hier ein paar Einzelheiten, natürlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, aus den verschiedenen Internetsuchlexikas zusammengestellt:
Rostropowitsch entstammte einer Musikerfamilie und wurde in Baku, der heutigen Hauptstadt Aserbaidschans geboren. Nach einem Studium am Moskauer Konservatorium trat er in den fünfziger Jahren mit so berühmten Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch oder Benjamin Britten auf. Berühmt waren auch seine gemeinsamen Auftritte mit dem Pianisten Swjatoslaw Richter. Rostropowistchs internationale Karriere begann 1964 mit einem Auftritt in der Bundesrepublik. Konzerte in der ganzen Welt folgten. Viele Komponisten wie Leonard Bernstein, Pierre Boulez und Alfred Schnittke schrieben Werke für den Cellisten. Auch als Dirigent wurde Rostropowitsch international geschätzt.
Zugleich verlor Rostropowitsch nicht den Blick für die politischen Entwicklungen in seiner Heimat. Er setzte sich für den verfemten Autor Alexander Solschenitzyn ein, der zeitweilig auch bei ihm wohnte. 1971 erteilte ihm die Sowjetunion vorübergehend ein Ausreiseverbot. 1974 erhielt er die Genehmigung für einen längeren Aufenthalt im Westen. Vier Jahre später entzog die Sowjetunion ihm und seiner Frau, der Sopranistin Galina Wischnewskaja, die Staatsbürgerschaft und erkannte ihm alle Auszeichnungen ab.
Damals leitete Rostropowitsch bereits das National Symphony Orchestra von Washington, an dessen Spitze er bis 1994 stand. Erst 1989 konnte er wieder in die Sowjetunion zurückkehren und wurde rehabilitiert. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit blieb Rostropowitsch ein streitbarer Demokrat und Menschenrechtler. Er setzte sich für die freiheitliche Entwicklung nicht nur in seinem Land ein. Einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer reiste er nach Berlin, um vor der Mauer ein Konzert zu geben. Auch während des Putsches in Moskau (August 1991) reiste er spontan in die Hauptstadt, um die junge russische Demokratie zu verteidigen. Die Tage nach dem gescheiterten Staatsstreich nannte er später als die schönste Zeit in seinem Leben.


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