Weichgespülter Simulant
Was passierte eigentlich gestern im Dschungelcamp? Die Sensation: Endlich durfte sie auch mitspielen, die Gina oder besser die Michaela - alle, außer Bata, der nach langer Überlegung, ganz alternder Gentleman, sich selber nominierte, hatten sie nominiert, um ihr den Herzenswunsch der Prüfung zu erfüllen. Eben Harmonie pur im Camp, piep piep piep, sie haben sich alle so lieb. Und was macht das gemeine RTL da, sie darf nicht alleine antreten, sondern muss noch drei andere Mitstreiter mitbringen.
Was dann folgt ist eine nicht zu gewinnende Schlacht mit Wasserwerfern, die die Frauen im neckischen Badedress, die Herren in T-Shirt und Hose bestritten. Eigentlich ungerecht, bloß bei den Herren (schwabbeliger DJ und alternder Besserwisser Björn) durchaus angenehmer für den Zuschauer. Wobei der Björn sich wacker schlug, durch wackeren Teamgeist auffiel und so etwas wie männliche Größe bewies. Und die beiden Frauen robbten, sprangen oder krochen den Wassergewalten so hingebungsvoll entgegen und versuchten, was nicht zu schaffen war so oft, dass RTL ihnen dafür einen Stern schenkte - ich hätte ihnen zwei dafür gegeben. Mit dann drei Sternen = sechs Essen gings zurück ins Camp mit einem blassen Tomekk. Der DJ hatte angeblich einen Schwall vom Wasserwerfer in den Rücken bekommen und obwohl die Michaela und die Isabel selbigen ständig ins Gesicht bekamen und dies ohne Folgen ertrugen, beim DJ, dem ungebliebten Camppinkler, da hatte sich angeblich der Ischiasnerv verklemmt oder irgendwie so etwas.
Mit ganz viel Medizin und unglücklichem Gesicht stolperte er zurück ins Camp und genoss das, was so harte DJs eigentlich wollen, fein zugedeckt, übers Köpfchen gestreichelt und von allen bemuttert zu werden … endlich hatten ihn mal alle lieb, piep, piep. Aber wer je einen Hexenschuss hatte und weiß, wie wenig man sich bewegen kann danach, der weiß, er ist nur ein weichgespülter Simulant, einer, der sich unbeliebt macht, aber dann nicht mit den Folgen leben kann. Der Tomekk sucht ein Zuhause … der Tomekk braucht ganz viel Liebe.
Und wer mußte dann nachhause gehen? Die Julia, die Biedere, die Reis kochen kann, aber sonst eher durch heroisches Nichtmachen auffiel. Da hat der Tomekk aber noch mal Glück gehabt!

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