Vom Miteinander
Das sind die Rufe, die die Quote machen beim Dschungelcamp. Schadenfrohe Zuschauer wollen Menschen bei ihren Ekelgrenzen betrachten. Dabei vergessen die meisten, dass es sich bei den Ekelvorlagen meist um Lebewesen dieser Erde handelt, die in der Regel Angst vorm Menschen haben, eher abhauen, als sich am gleichen Ort aufzuhalten. All die Kakerlaken, Spinnen und Maden rennen eigentlich ununterbrochen um ihr Leben, während die mit ihnen konfrontierten “iiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiii” rufen und sie dann essen, zertrampeln oder aufessen. 
Die Frage: “Wer hält mehr aus?” wird durch die Zuschauer immer wieder neu belebt und wenn man die schöne Isabel halt mal richtig im Schleim sehen will, dann ruft man an. Fanliebe mal anders rum. Klammheimliche Freude als Einschaltinspiration. Und während man die knusprigen Chips und die Flasche Bier leert, darf die Herzsprung Maden futtern … “iiiiiieeeeiiiii, das könnte ich aber nicht, reich mir mal die Chips rüber”.
Gestern bewies Bata Illic Nächstenliebe und brachte 3 Sterne aus einem Tunnel voll von Getier, denen er sich fast zärtlich näherte und bei denen er sich beständig entschuldigte, dass er sie störte. Und das war nicht zum Lachen, sondern eine Lehrstunde in Sachen Respekt vorm Leben. Leider gehen solche honorigen Akzente in diesem Sendeformat völlig unter, weil ohne “iiiieeeiiii” macht sich Enttäuschung breit. Wir wollen die Gladiatoren leiden sehen, ruft das Volk.
Und wer muss gehen? Der Björn, der allesfressende Besserwisser. Hat der mal “iiiiieeeeeiiii” geschrien? Nö!

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