Petroselinum crispum …
… ist der botanische Name für Petersilie. Und um Petersilie geht es in unserem heutigen Logbuch-Bericht.
Am 18.07.2002 fand zwischen Marokko und Spanien der Pertersilienkrieg statt. Man glaubt es kaum – Stein des Anstosses war die winzige Isla del Perejil (=Petersilieninsel). Die Insel mißt nur 0,5 km im Durchmesser und auf ihr leben außer ein paar marokkanischen Hirten lediglich Ziegen, die dort weiden.
Die Insel liegt nur 200 m vor der Küste Marokkos, aber auch Spanien Exclava Ceuta in Nordafrika liegt vor der Tür. Und was Herr Schäuble für uns sich so sehr wünscht, dass sollten am 12.07.2002 ein zwölf marokkanische Soldaten auf der Petersilieninsel richten. Eine Trutzburg inmitten der Petersilie gegen Terrorismus und zur Überwachung gegen illegale Migranten errichten, das war der Auftrag und deshalb besetzten sie die Insel.
Das wiederum passte Spanien überhaupt nicht, man warf Marokko den Bruch einer stillschweigenden Vereinbarung vor, die beiden Staaten verbietet, die Mini-Petersilienoase zu besetzten. Und nahm dies zum Anlass, mal so richtig Krieg zu spielen. Spanische Elitesoldaten, unterstützt von sechs Hubschraubern, zwei U-Booten und mehreren Kriegsschiffen stürmten und umzingelten die Insel und vertrieben die zwölf marokannischen Besetzer.
Auch diese mussten dann wieder gehen, weil Spanien keine Dokumente beibringen konnte, dass die Insel spanischen Territorium ist. So leben dort wieder Ziegen, Hirten und ganz viel Petersilie.
In diesem Krieg kam es zu keinem Schußwechsel, kein Mensch wurde verletzt, auch die Ziegen haben es schadlos überstanden. Trotzdem, es war ein Konflikt eines EU-und NATO-Mitglied mit einem Drittstaat, und mittels solchem Machtgehabe ohne Sinn kann es auch mal zu einer Kettenreaktion kommen. Und das kann einem dann schon die Petersilie verhageln, wenn man darüber nachdenkt, wie knapp es vielleicht war!
Unseren Schlußsatz widmen wir heute der Netzeitung in der bisherigen Form. Tschüss Netzeitung, niemals geht man so ganz!


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